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BUCHEMPFEHLUNGEN FÜR KINDER

Zum 25. Mal bekommt der 23. April dieses Jahr ein Lesezeichen, als Welttag des Buches. Entstanden 1995 aus der Idee, den Wert der elementaren Kulturtechnik zu würdigen. Wertgeschätzt fühlen dürfen sich alle, die mit Büchern arbeiten, und alle, die sie lesen. Vorbild war die spanische Provinz Katalonien. Dort ist es Tradition, sich am 23. April, dem Tag des Heiligen Georg, Rosen und Bücher zu schenken. Vor allem Kinder dürfen sich über neue Geschichten freuen – aus diesem Anlass geben auch wir ein paar Tipps.

In den April fällt auch der Geburtstag von Hans Christian Andersen. Der dänische Dichter wurde am 2. April 1805 geboren. Sein Vater, ein Schuhmacher, spielte ihm als Jungen Schattenspiele mit einem selbst gebastelten Figurentheater vor. Das begeisterte Hans so sehr, dass er selbst in die Welt der Geschichten eintauchte – und Schriftsteller wurde. Die Reise seines Lebens, erzählt von Heinz Janisch, erscheint zu Andersens 215. Geburtstag als Bilderbuch bei NordSüd, für Kinder ab vier Jahren.

Ebenfalls in ein Märchen ist in die Erzählung Die Waschanlage der Schutzengel eingebettet. Autorin Petra Steckelmann hatte die Idee während eines Aufenthalts in Südengland. Dorthin ziehen Justin und seine Familie. Die Eltern haben ein Haus geerbt, zu dem eine Tankstelle und eine Waschanlage gehören. Ihr Geheimnis findet Justin eines Nachts heraus, als er seltsam klopfende Geräusche hört – und ihnen auf den Grund geht: Schutzengel bringen in der Waschanlage ihre Flügel zum Strahlen, denn bei der „Arbeit“, dem Beschützen ihrer Menschen, setzt ihr weißes Äußeres ganz schön Schmutz an. Die Waschanlage putzt sie wieder heraus, deshalb muss ihr Betrieb garantiert sein. Ausgerechnet da planen Justins Eltern, sie zu schließen. Das Buch erscheint als gebundene Ausgabe bei Edition Pastorplatz und richtet sich an Kinder ab 8 Jahren.

Die Potsdamerin Grit Poppe ist als Jugendbuchautorin lange etabliert. Jedem Titel legt sie intensive Recherche zugrunde, so auch ihrem neuen Buch Alice Littlebird. Alice ist ein Mädchen aus dem Volk der Cree-Indianer. Sie lebt in Kanada, Mitte des 20. Jahrhunderts, und wird mit Schulbeginn in ein „weißes“ Internat geschickt, wo man ihr das „Wild sein“ austreibt. Ihre Geschichte ist erfunden, ihr Schicksal nicht. Das Buch vermittelt die traurige Wahrheit, wie Kanadas Schulen bis vor 70 Jahren mit indianischen Kindern umgingen. Die Erzieher schrecken auch vor Gewalt nicht zurück. Besonders hart bestraft wird, wer statt Englisch die indianische Sprache spricht. Alice flieht. Grit Poppe hat mir dem berührenden Buch ein Thema aufgetan, über  das  wenig  bekannt  ist.  Erschienen ist es im Verlag

   Peter Hammer für Kinder ab 12 Jahren.   Tanja Kasischke

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